Liebes Publikum, liebe Freunde des Mittelsächsischen Theaters,

eine neue Spielzeit liegt vor uns, die 222. Freiberger und die 140. Döbelner und die 20. Spielzeit des Mittelsächsischen Theaters, Jubiläumsspielzeiten. Ein Grund zur Freude und ein Grund stolz zu sein: Wir erlebten eine beeindruckende, auch leidenschaftliche Willenserklärung der Stadt Döbeln zum Erhalt Ihres Hauses. Das Theater wurde mit Fördermitteln, auch denen des Kulturraumes, saniert, und ist nun wieder die herzlich einladende Bühne, die das Publikum ein Jahr vermissen musste. Die Stadt Freiberg erlebt seit 222 Spielzeiten ununterbrochen Theater im Haus am Buttermarkt. Das älteste Stadttheater der Welt hat im Herzen Mittelsachsens – ein einzigartiger Spielort – durch die Stadt, den Landkreis, den Kulturraum, durch sein Publikum und dessen Liebe zum Theater sein Rückgrat gefunden.

Zwei Theaterstädte mit Tradition und einem Publikum, das deutlich sein Bedürfnis nach lebendiger, unterhaltender und verantwortungsvoller Theaterarbeit artikuliert. Mit gewachsenem Selbstbewusstsein und großer Ausstrahlung setzen unsere Ensembles nachhaltige künstlerische Akzente in Mittelsachsen und bedanken sich bei allen, die unsere Arbeit in den Häusern und auf der Seebühne Kriebstein, wo wir im sechsten Jahr spielen und musizieren werden, unterstützen und begleiten.

«Leidenschaft» steht in unserer Spielzeit für Gestalt und Kraft des Handelns, steht für den vorwärtsdrängenden Antrieb vieler Wünsche und Träume. Leidenschaftliche Menschen agieren nicht frei von Vernunft, ihr Lebensraum ist mit der schönsten Energie gefüllt, die sich wissend entfaltet, die zu entschlossenem Handeln führt, sich engagiert und für eine Sache oder einen Menschen verausgabt. „Das Gewissen ist die Stimme der Seele. Die Leidenschaften sind die Stimmen des Körpers.“ sagt Jean- Jacques Rousseau. Das Theater ist der wunderbarste Ort für diese Lebensäußerungen. Theater ist Ausbruch aus einem Alltag, in dem die Folgen der Ökonomisierung der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Menschen oft auch Ängste und Sorgen auslösen. Es gibt so viele Dinge abseits von Angebot und Nachfrage oder von täglich überfordernder Existenzsicherung, die unser Leben „reicher“ machen. Es gibt Sehnsüchte und Bedürfnisse, deren Erfüllung nicht mit dem Wert des Geldes aufzuwiegen ist. Der Mensch ist mehr als Kunde und Konsument. Und so erleben wir leidenschaftliche „Begegnungen“ zwischen Menschen und Gesellschaft, begegnen „Träumern und Rebellen“, die unsere Realität verändern, prägen und gestalten wollen und die Spuren ihrer Existenz hinterlassen werden.

Liebes Publikum, wir freuen uns auf eine neue Spielzeit mit Ihnen, und wir erwarten Sie in unseren Spielstätten: In Freiberg, in Döbeln und im Kulturraum.

Ralf-Peter Schulze                         Dr. Christine Klecker
Intendant Geschäftsführerin