Grußwort des Generalmusikdirektors:
„Melancholie und Freude sind wohl Schwestern“
Liebes Konzertpublikum, verehrte Freunde der Mittelsächsischen Philharmonie!
Wieder ist es mir eine große Freude, das Vorwort für eine Konzertsaison der Mittelsächsischen Philharmonie zu schreiben und vor Ihnen unsere Pläne und Visionen auszubreiten. Mit dem Wissen, dass es mein letztes Vorwort für das wundervolle mittelsächsische Publikum und diesen hervorragenden Klangkörper ist, mischt sich auch Melancholie in die Vorfreude auf das, was an genussvollen Erlebnissen vor uns liegt. In meinen Jahren in Freiberg und Döbeln haben sich neben den vielen großen Werken, die wir aufgeführt haben, auch Stücke angesammelt, die ich schon immer mit diesem Orchester für Sie spielen wollte. Davon zeugen Hindemiths großartige Sinfonie „Mathis der Maler“ und das atemberaubende „Konzert für Orchester“ von Béla Bartók sowie zum Abschluss der Saison die (zumindest in meinen Augen) Sinfonie aller Sinfonien, das opus summum Franz Schuberts, gepaart mit den Zwischenspielen aus Richard Strauss’ „Intermezzo“ als Hommage an eine der grandiosesten Leistungen der Philharmonie zur Aufführung dieser Oper vor sieben Jahren.
Die ersten drei Sinfoniekonzerte geben drei Kandidaten um die Stelle des Generalmusikdirektors Gelegenheit, sich Ihnen ausführlich vorzustellen, mit einem Solokonzert des 20. und einer Sinfonie des 19. Jahrhunderts sowie einem Werk eigener Wahl. Darüber hinaus freue ich mich, Ihnen im 4. Sinfoniekonzert mit einer „Shakespeariana“ den jungen, hoch talentierten Dirigenten Stephan Zilias vorstellen zu können.
Ganz besonders freue ich mich auf die Wiederbegegnung mit Solisten, die uns in den Jahren sehr ans Herz gewachsen sind. So wird Michael Schneider, als Dirigent in den vergangenen Jahren gern gesehener Gast, mit einem Blockfl ötenkonzert zu hören sein, die bezaubernde Pianistin Sofja Gülbadamova und die große Geigerin Elisabeth Weber, die unsere Konzertpläne so entscheidend geprägt hat, sowie unser Solo-Hornist Michael Winter. Ein Höhepunkt der Saison wird ohne Zweifel das Jazz-Konzert, die Begegnung des in meinen Augen verkanntesten, innovativsten Barock Komponisten Telemann mit der wunderbaren Sängerin Cristin Claas und ihrer Band „L’arc six“.
Zum Spielzeitende schließlich wird sich eine lange „Traumreisen“-Nacht literarischmusikalisch um Werke ranken, die ich Ihnen leidenschaftlich vorstellen möchte, wie etwa Kurt Weills „Sieben Todsünden“ oder Arnold Schönbergs zart-poetischer „Pierrot Lunaire“.
Verehrtes Publikum, ich freue mich unbändig auf viele schöne, an- und aufregende Stunden mit Ihnen und der Mittelsächsischen Philharmonie!
Herzlichst Ihr
Jan Michael Horstmann
Generalmusikdirektor